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Saure Zitrone
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Rückkehr zur Normalität
Da Märkte prinzipiell nicht vorhersehbar sind, dürfte es Investmentbanken eigentlich nicht geben. "Spekulationsbank" würde eigentlich besser passen, denn sie spekulier(t)en mit ausgeliehenem Geld mit Wertpapieren. Jetzt ist das Spiel aus: Und mit welchem Knall! Was zeigt, dass auch die cleversten und bestbezahlten Köpfe die Finger die Zukunft nicht kennen können. Ein breites, gut diversifiziertes Portfolio bleibt die beste Möglichkeit, Geld zu investieren. Nikolaus Piper von der Süddeutschen hat das Requiem auf eine Spezies, die es eigentlich nicht geben dürfte, in Das Ende der Wall Street am besten beschrieben.
Keine Wunderwuzis
Ein Leser fragt: Sind ETFs denn nur gut?
Keineswegs, und der ETF-Hype geht mir langsam auf die Nerven. Immer mehr ETFs machen nicht das, was sie machen sollten: einen breiten Index passiv nachbilden. Dazu kommt immer häufiger eine nur teilweise oder gar synthetische Nachbildung durch Swaps. Auf der Packung steht "ETF", aber drinnen befinden sich Anleihen und ein Swap mit Emittentenrisiko.
Also: Aufpassen, ETFs sind ganz sicher keine Wunderwuzis!
Sie tun es schon wieder ....
Wo haben wir das schon mal gesehen?
Zuerst kommen die tollen Indexprodukte, ideal zum Konstruieren passiver Portfolios. Dann kommen die Short, Discount-, Garantie-, Sektor-, Branchenprodukte (und noch schlimmeres), die fast nichts mehr mit Indizes zu tun haben. Der Privatanleger ist verwirrt, es hagelt - gerechtfertigte - Kritik über mangelnde Transparenz, und das Produkt verliert seinen guten Ruf. Genau: Bei den Indexzertifikaten.
Und womit passiert momentan gerade das gleiche? Genau, mit den börsengehandelten Fonds, den ETFs. Früher war der ETF ein Synonym für die Abbildung eines Index. Mittlerweile gibt es ETFs auf Value- und Growthstrategien, Short-ETFs, ETFs auf Wasserversorger, und - Gipfel des Unfugs - seit kurzem einen "ETF-Dachfond". Dabei händigt der unbedarfte Anleger einem gewissen Markus Kaiser von Veritas sein Geld aus, das dieser dann - nach Gutdünken - in verschiedenen ETFs anlegt.
Soll das noch passives Investieren sein?
Thomas Winderl
15.02.2008
Was tun auf der Achterbahn?
Wie soll sich der kluge Investor in Zeiten wie diesen verhalten? Der ungebildete Spekulant verfällt der Panik und steigt aus, der antizyklische Trader nützt die günstigen Kurse und spekuliert auf ein Ende des Kursverfalls. Der kluge, langfristige Investor indessen (und nur ein solcher würde Portfoliotheorie.com lesen) tut das, was er/sie sonst immer tut: nämlich nichts.
Ja, ja, ich weiß, es ist gar nicht so leicht, nichts zu tun. Aber was passieren kann, wenn wir beim Timing danebenliegen, hat sich gerade wieder gezeigt: Jérôme Kerviel von der drittgrößten Bank Frankreichs, der Société Générale, hat erstaunliche 5 Milliarden Euro in den Sand gesetzt.Der kluge Investor dagegen freut sich über steigende Kurse, freut sich aber auch darüber, wenn die Unternehmen wieder radikal billiger werden. Über günstigere Tomaten freuen wir uns schließlich auch. Und wir können wieder einmal daran denken, unser Portfolio beizeiten aufzustocken. Ansonsten: Ignorieren Sie ruhig all Tips, was gerade jetzt zu tun wäre. Es gibt wichtigere Dinge als Geld. Ihr Portfolio wird es Ihnen langfristig danken.
Thomas Winderl
25.01.2008
Die Herde zieht weiter
Was? Molybdän, Tantal und Beryll sind Ihnen kein Begriff? Dabei hat Société Général gerade den Molybdänium Total Return Index investierbar gemacht. ABN AMRO hat zudem gerade ein Zertifikat auf den Global Rare Mining Index herausgebracht. Totsicherer Tip. Zum Teil über 500% Steigerung in drei Jahren! Und die Nachfrage steigt und steigt.
Jede Zeit hat ihre Moden. Von Tulpen und Eisenbahnen über das Internet, den 'Mega-Trend' Biotechnologie und - seit einiger Zeit - China und die Rohstoffe. Die Rohstoff-Mania nähert sich dem Ende. Das zeigt sich schon daran, daß die Zertifikateindustrie mit absurden Rohstoffderivaten um die Gunst der Anleger buhlt.
Sollten Sie bei diesem Trend dabeisein? Nein. Moden ändern sich, die Zukunft ist nicht vorhersehbar, Mega-Trends verpuffen. Die Herde wird weiterziehen. Wir sollten das mittlerweile eigentlich gelernt haben.
Thomas Winderl
15.12.2007
Katzen im Sack
"Es ist alles so kompliziert", soll der österreichische Ex-Bundeskanzler Sinowatz einmal gesagt haben - und wurde prompt ausgelacht. Aber wer versteht denn wirklich, was momentan gerade an den Märkten geschieht? Subprime-Krise? Liquiditätskrise? Interessenskonflikt der Ratinginstitute? Das Problem: Nicht einmal Finanzspezialisten, Banken und institutionelle Investoren wußten genau, welche Katzen sie im Sack gekauft hatten. Die Gier nach ein paar zusätzlichen Prozentpunkten war wieder mal größer als der Hausverstand. Goldenene Regel Nr. 1: Kaufe nur Dinge, die du auch verstehst.
Für Langzeitinvestoren ist es klar: Alles was steigt, fällt auch irgendwann wieder. Die Märkte bewegen sich seit Jahren nach oben, die Wirtschaft boomt weltweit. Langsam wird es Zeit für einen Crash, eine Wirtschaftskrise oder einfach nur eine Flaute. Morgen oder in zwei Jahren, kein Mensch kann das wissen.
Thomas Winderl
02.10.2007
Vergeltungssteuer?
In der doch so hoffnungsfrohen Zertifikateindustrie herrscht Katerstimmung. Deutschen Zertifikaten wird - im Gegensatz zu Fonds - ab 2009 kein Bestandsschutz gegen die geplante Abgeltungssteuer eingeräumt werden. Das ist in der Tat eine gravierende Benachteiligung von Indexzertifikaten.
Ein Grund scheint der jugendliche Übermut der Zertifikateindustrie gewesen zu sein, schon vor Gesetzesbeschluß damit geprotzt zu haben, das Underlying der Zertifikate unbegrenzt verändern und praktisch ewig weiterlaufen lassen zu wollen. Selber Schuld.
Was macht nun der clevere, ruhige Investor (der diese Website besucht)? Was wirklich zählt, ist der Index. Ob der durch Zertis oder ETFs abgebilded wird, ist fast schon egal. Also: Abwarten, bis die Gesetzeslage klar ist, und - wenn nötig - langsam und besonnen in ETFs umschichten.
Thomas Winderl
25.06.2007
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