Korrelationen zwischen einzelnen Märkten bilden die Grundlage für die Moderne Portfoliotheorie. Es ist absolut unverständlich, warum kaum Informationen über die grundlegenden Korrelationen der wichtigsten Märkte über einen längeren Zeitraum öffentlich zugänglich sind. Mittlerweile veröffentlichen eine Reihe von Indexanbietern Korrelationsanalysen von den von ihnen berechneten Indices. Aber diese Informationen sind schwer zugänglich und bis jetzt noch nicht zusammengeführt.
WELCHEN "HAUSINDEX"?
Die erste Frage zur Konstruktion eines guten Portfolios ist die Frage nach dem "Hausindex". Dieser Index stellt den inneren Kern des Portfolios dar und sollte mit anderen Indices möglichst nicht korrelieren. An den Hausindex sind folgende Anforderungen zu richten:
REGEL 1: Der Hausindex muss in der Währung notieren, in der der Anleger zum Grossteil wirtschaftet. Andere Wärhrungen dienen nur der Beimischung zum Diversifizieren.
REGEL 2: Der Hausindex sollte geographisch breit sein. Das bedeutet, dass er in etwa die Gesamtwirtschaft des Währungsgebietes abbilden sollte.
REGEL 3: Der Hausindex sollte durch eine breite Diversifizierung keine Klumpenbildungen aufweisen.
Regel 1 schliesst somit für den europäischen Privatanleger alle Indices aus, die nicht in Euro notieren. Aus Regel 2 ergibt sich für den Anleger in Deutschland und Österreich (für die Schweiz ist das anders) daraus zum anderen, dass nationale Indices wie der DAX oder der ATX seit der Einführung des Euro passé sind. Obwohl sich diese Indices hartnäckig halten, gibt es keine Gründe, den rein nationalen Indices der Eurozone noch viel Aufmerksamkeit zu widmen. |
Diese Haltung bestätigt auch weitgehend eine Korrelationsanalyse einiger europäischer Indices: Der EuroStoxx50 korrelliert stark positiv mit dem FTSE 100 (0.80) und dem DAX (0.93), leicht positiv mit dem ATX (0,57) und dem Moskau Times Index (0,37). Ähnliches gilt für den Stoxx50. Das beantwortet auch die Frage, ob es sich lohnt, das nicht-Euro-Land Grossbritanien gesondert in ein Portfolio einzubinden: Mit einer stark positiven Korrelation von 0,80 mit dem Eurostoxx50 und von 0,85 mit dem Stoxx 50 lohnt sich eine Einbindung Grossbritaniens aus Diversifikationsgründen nicht wirklich.
Regel 2 (Währungsgebiet) schliesst Indices aus, die über die Eurozone hinausgehen. Alleine aus Gründen der Einfachheit und Klarheit sollte der Hausindex keine nicht-Euroländer miteinschliessen. Damit fällt auch der Stoxx50 oder der Stoxx aus, da beide die nicht-Euroländer Schweiz und Grossbritanien miteinschliessen. Das ist auch deshalb zu verantworten, da die Korrelation zwischen dem EuroStoxx50 und dem breiteren Stoxx 50 mit 0,97 extrem stark ist.
Gemeinsam mit Regel 3 (breite Diversifikation), kann die Antwort auf die Frage nach dem angemessenen Hausindex europäischer Privatanleger nur heissen: der Index muss ein breiter, die Eurozone umfassender Index sein. Momentan bieten sich als Hausindex-auch unter Berücksichtigung vorhandener Indexzertifikate und ETFs-nur der Eurostoxx50 mit den 50 Blue Chips der Eurozone und der breite Eurostoxx an.
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