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Anleitung zum Investieren
(kostenpflichtig)

<PORTFOLIOS <KORRELATIONEN (Forts.)

WELCHE ANDEREN EUROPÄISCHE AKTIENINDICES?

Schauen wir uns nun diese beiden potentiellen Hausindices und ihre Beziehung zu anderen europäischen Indices genauer an. Das zu Dow Jones gehörende Unternehmen Stoxx Ltd. veröffentlicht monatlich ausführliche Analysen inklusive einer Korrelationsanalyse zwischen Stoxx50, Stoxx600, Eurostoxx50, Eurostoxx, den Stoxx-Indices für Nordeuropa und zwei Indices mit den EU-Beitrittskandidaten. Diese Korrelationsanalyse der europäischen Dow Jones Stoxx Indices deutet auf zwei unterschiedliche Gruppen hin:

•  Die positive Korrelation von Stoxx50 und Stoxx600 ist mit 0.98 extrem hoch. Es lohnt sich also kaum, beide Indices zu kaufen, weil beide Indices sich quasi m Gleichschritt bewegen. Ähnliches gilt für den Stoxx50 und den Eurostoxx50, den Eurostoxx, den Stoxx Nordic 30 und den Stoxx Nordic TMI. Mehr Indices bedeutet hier keinesfalls mehr Diversifizierung.

•  Der Stoxx EU Enlarged 15 und der Stoxx EU Enlarged TMI dagegen korreliert kaum mit der ersten Gruppe (Korrelationskoeffizient von 0,39 und 0.40). Beide Indices der neuen Mitgliederstaaten der EU korrelieren allerdings sehr stark miteinander (0.99). Dabei ist interessant zu beobachten, wie die Korrelation der Beitrittskandidaten mit dem Stoxx50 über die letzten Monate hinweg stark zugenommen hat. Diese Logik wird sich auch fortsetzten müssen und mit der Integration der Beitrittskandidaten enden.

Die Korrelationsanalyse deutet uns an, dass nur jeweils ein Kandidat aus den zwei Gruppen (der EU und den Beitrittskandidaten) Teil eines gut diversifizierten Portfolio sein sollte. Die immer stärker werdende positive Korrelation zwischen den beiden wirft allerdings die Frage auf, ob eine Beimischung der Beitrittskandidaten zu diesem späten Zeitpunkt überhaupt noch Sinn macht. Im Sinne der Einfachheit kann damit-vor allem unter einen langfristigen Perspektive-ausschliesslich auf den Stoxx50 oder den EuroStoxx(600) als Hausindex im Segment Aktien gesetzt werden. Und weil es aufgrund der extrem hohen Korrelation zwischen Eurostoxx50 und Eurostoxx von über 0,98 fast egal ist, welchem Index der Investor den Vorzug gibt, setzten wir hier den Blue Chip Index Eurostoxx50 als Hausindex fest, da er einfacher und billiger als Indexzertifikat oder ETF abgebildet werden kann.

Nachdem nun unser Hausindex feststeht, wenden wir uns den potenziellen Kandidaten für eine Beimischung zu. Idealerweise suchen wir Beimischungen mit a.) einer niedrigen Korrelation zum Hausindex Eurostoxx50 und b.) einer niedrigen Korrelation zu den anderen Beimischungen.

BEIMISCHUNG USA?

Der erste Kandidat für eine Beimischung ist-alleine aufgrund ihrer Wirschaftskraft-die derzeit einzige Weltmacht USA. Eine Berechnung der Korrelation zum EuroStoxx 50 von 1997 bis 2004 sieht dabei allerdings nicht sehr erfolgsversprechend aus: Sowohl der sehr breite Wilshire 5000, der Russel 1000 und 3000 als auch der engere Nasdaq 100 haben eine stark positive Korrelation von über 0,80. Das wissen wir ja schon intuitiv von täglichen Betrachten der europäischen Indices während der Eröffnung der New Yorker Börse am Nachmittag. Fazit: Obgleich die USA wirschaftlich weltweit immer noch dominiert, bringt portfoliotechnisch eine Diversifikation mit einem breiten US-Index wegen des starken positiven Zusammenhangs mit dem Eurostoxx50 relativ wenig, trotz zusätzlicher Streuung durch die Währungsschwankungen zwischen USD und Euro.

BEIMISCHUNG JAPAN?

Mit dem Bruttonationalprodukt als Leitlinie wenden wir uns jetzt dem nächststärkstem Land zu: Japan. Ein ähnlich hohe Korrelation findet sich zwischen dem Eurostoxx50 und dem Nikkei 225, einem japanischen Leitindex. Auch die Korrelation des Nikkei mit dem breiten Total Market Index der USA, dem Wilshire 5000, ist mit fast 0,84 genauso hoch und bietet kaum etwas von den Vorteilen der Diversifizierung.

KREATIVITÄT GEFORDERT

Die Botschaft der Koeffizienzanalyse der drei grossen Wirtschaftsblöcke EU, USA und Japan ist somit ernüchternd: Ihre Aktienindices sind in einem hohen Masse positiv korreliert und bieten damit kaum Vorteile einer Diversifizierung des Aktienportfolios. Man kann es aber auch positiv sehen: Der Privatanleger braucht im Grunde nur einen dieser Indices wählen, um mehr als 80% der Weltwirtschaft in Aktien nachzubilden. Und dabei bietet sich vor allem aufgrund des fehlenden Währungsrisikos der Eurostoxx50 oder der Eurostoxx an.

Gleichzeitig ist zum Finden von niedrigen Korrelationen die Kreativität gefordert. Andere asiatische Aktienindices etwa bieten sehr niedrige Korrelationen mit dem EuroStoxx 50 (etwa der DJ Asian Titans 50 mit 0,05 oder der DJ Stoxx Asia/Pacific mit 0,18). Das gleiche gilt für lateinamerikanische Aktienindices, einzelne Wirtschaftssektoren oder Indices, die sich nicht auf den Aktienmarkt beziehen.